Wie bekommt ich intensivere Orgasmen?

Rein, raus und ab zum Höhepunkt: Das „Kommen und Gehen“ ist bei vielen Standard im Bett. Durchschnittlich 17,6 Minuten Zeit nehmen sich die Deutschen laut einer Studie für den Sex. Doch wer wirklich intensive Orgasmen erleben will, sollte sich etwas mehr Ruhe gönnen. Denn auch beim Koitus heißt die Zauberformel: Der Weg ist das Ziel!

Gerade Männer sind noch immer der Meinung, dass Kommen gleich Kommen ist. Jeder, der sich – beispielsweise bei der Masturbation – einmal richtig Zeit mit dem Orgasmus gelassen hat und kurz vor dem Höhepunkt jegliche Stimulierung des Penis eingestellt hat, um dann wieder bis kurz vor der Ejakulation weiter zu machen, kann davon ein Lied „stöhnen“. Wenn es schließlich kommt, dann richtig! Die „Squeeze-Technik“ (siehe Zu früh kommen) wirkt Wunder beim Hinauszögern!

Aus dieser Einsicht entstammt wohl auch die Lehre des Tantrismus, eine sexuelle Bewegung, die fast ohne Bewegung auskommt. Hier wird der Geschlechtsverkehr zu einem fast religiösen Ritual, bei dem Mann und Frau ihre entgegen gesetzten Energien zusammen führen. Nicht die Ejakulation, sondern die Umleitung der genitalen Energie auf eine spirituelle Ebene, ist hier wichtig. Ein fast meditativer Zustand der Entspannung – durch Atemübungen und Yogaelemente – sorgt dafür, dass das Kommen auf sich warten lässt. In Seminaren lernt man beispielsweise, wie der Penis nur für wenige Zentimeter in die Vagina eingeführt wird und dort bewegungslos für Minuten verharrt. Paare liegen oft stundenlang bei- und ineinander, streicheln und berühren sich, bis man nach Ewigkeiten – aber ganz gewaltig – kommt. Tantra-Sex erlernt man allerdings nicht nebenbei. Für den Hausgebrauch gilt: Einfach mal einen Gang herunter schalten!

Bei Frauen stellt sich oft weniger die Frage nach dem intensiveren Orgasmus, sondern nach dem Orgasmus generell. Auch hier gilt: Wer sich Zeit lässt und seinen Körper erforscht, kann einen Höhepunkt erleben oder seinen Orgasmus intensivieren! Auch die Sexualität muss eben trainiert werden.

Atmung: Experimentiert mit der Atmung. Beim Orgasmus werden die Muskeln immer wieder angespannt und danach gelockert, insbesondere im Genitalbereich. Damit dies passieren kann, müssen die Muskeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt sein. Manche Frauen fühlen die Lust ansteigen, blockieren dann aber ihre Atmung und somit auch die ausreichende Luststeigerung für einen Orgasmus. Vergesst also nicht die Atmung. Besonders hilfreich für die Muskelkontraktion: Beckenbodentraining. Das funktioniert unter anderem mittels Liebeskugeln, die nur durch die Muskeln im Inneren des Körpers gehalten werden.

Beinstellung und Position: Manche Frauen spreizen die Beine, manche pressen sie eng zusammen, manche erleben den Orgasmus, wenn die Beine auf den Schultern des Partners liegen, manche nur in der Doggy-Stellung. Oft hängt der Erfolg von positiven Erlebnissen ab. Wer einmal in einer bestimmten Stellung zum Höhepunkt gekommen ist, bleibt oft dabei. Und dagegen ist wirklich nichts einzuwenden. Wer seine Lieblingsstellung noch nicht gefunden hat: einfach ausprobieren! Von hinten dringt der Partner besonders tief ein, in der Missionarsstellung (mit Kissen unter der Hüfte ausprobieren!) trifft er den G-Punkt, in der Reiterstellung bestimmt sie Tiefe und Tempo…

Bewegung: Das Vergnügen einfach selbst in die Hand nehmen. Wer nur da liegt, macht sich von den Bewegungen des Partners abhängig. Ideal ist es allerdings, wenn sich beide Becken und Körper bewegen und so das Vergnügen steuern. Dadurch wird das Erreichen des Orgasmus erleichtert!

Kopfsache: Viele Frauen tun sich schwer damit, ihre Empfindungen und Wünsche in Worte zu fassen. Dabei tut es gut, einfach mal Dinge verbal herauszulassen. Heißes Stöhnen und scharfe Worte heizen auf! Gerade wenn der Mann zum richtigen Zeitpunkt ein paar richtige Worte findet, bringt das die Frau oft genau an den gewünschten Punkt.

Handanlegen: Laut Studien erreichen nur 30% der Frauen einen Orgasmus durch den reinen Geschlechtsakt. Viele wünschen sich eine zusätzliche Stimulation der Klitoris. Die eine nimmt das selbst in die Hand, die andere lässt den Partner zusätzlich spielen. Erlaubt ist, was gefällt und funktioniert. Sex ist kein Sport – auch wenn man viele Kalorien verbrennt. Wenn es beim Koitus selbst nicht klappt, kann der Mann auch nach seinem Orgasmus mit Hand und Zunge für die Befriedigung der Frau sorgen!

Selbst ist die Frau: Frauen, die wissen, wie sie alleine zum Orgasmus kommen, erreichen ihn auch beim partnerschaftlichen Sex leichter. Dabei darf der Partner natürlich auch gerne zuschauen!