Sicher, praktisch, bunt und schützt vor unangenehmen Mitbringseln: Das Kondom!

Verhütung

Bei der Verhütung denkt man in erster Linie an die Maßnahmen womit man eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden kann. Man spricht hier von Empfängnisverhütung oder Kontrazeption. Verhütung umfasst aber auch die Präventionsmaßnahmen gegen sexuell übertragbare Krankheiten. Das einzige Mittel, das präventiv gegen sexuell übertragbare Krankheiten wirkt, ist das Kondom (siehe Kondom). Eine ungewollte Schwangerschaft kann mit mehreren Methoden der Empfängnisverhütung verhindert werden. Es gibt dabei drei Ansätze: Entweder wird die Entstehung einer befruchtungsfähigen Eizelle verhindert, oder die Befruchtung der Eizelle selbst, oder die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut.

Die Zuverlässigkeit der Verhütungsmethoden wird mit dem Pearl-Index gemessen. Dieser Index gibt an, wie viele sexuell aktive Frauen, die mit einer bestimmten Methode verhüten, innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist die Methode. Wichtig hierbei ist die korrekte Anwendung der Verhütungsmethode.

Wir haben die verschiedenen Methoden für euch gesammelt:

Pflanzliche Verhütung
Bevor es die modernen Verhütungsmittel sowie die Pille gab, verwendeten die Menschen Pflanzen um einen Eisprung, Befruchtung oder Einnistung zu verhindern. Ein pflanzliches Mittel, das die männlichen Spermien abtötet, ist zum Beispiel Niemöl. Dieses Öl wird aus den Samen des Niembaumes gewonnen und wird ein paar Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Vagina geträufelt. Wer sich mit pflanzlichen Mittel verhüten möchte, sollte sich gut über die Wirkung und die Zuverlässigkeit informieren lassen. Ansonsten beschäftigt man sich schneller mit möglichem Nachwuchs, als einem lieb ist…

Natürliche Methoden
Bei der natürliche Familienplanung bzw. natürliche Empfängnisregelung werden die fruchtbaren Tage in dem Menstruationszyklus der Frau bestimmt, an denen die Frau entweder keinen Geschlechtsverkehr hat oder ein Verhütungsmittel, z. B. das Kondom, verwendet. Während der unfruchtbaren Tage kann Geschlechtsverkehr ohne die Verwendung eines Verhütungsmittels ausgeübt werden. Eine ziemlich verlässliche natürliche Methode ist die symptothermale Methode, eine Kombination der Temperatur- und Billings-Methode, wobei die morgendliche Temperatur gemessen und die Beschaffenheit des Zervikalschleims beobachtet wird um zu bestimmen, ob die Frau ihre fruchtbaren Tage hat.

Der Mann kann nur eine natürliche Methode ausüben: Der Coitus interruptus. Hier erfolgt die Ejakulation des Mannes außerhalb der Vagina. Die Verhütungssicherheit ist aber gering, weil bereits vor dem Samenerguss Spermien aus dem Penis austreten können. Wahrscheinlich entstehen die meisten Nachkommen durch die „keine Sorge, ich zieh‘ vorher raus“-Methode!

Mechanische Methoden
Die mechanischen Methoden verhindern den Kontakt vom Sperma und der Eizelle. Für den Mann gibt es das Kondom (siehe Kondom). Die Frau dagegen hat verschiedene Möglichkeiten. Das Femidon, das Kondom für die Frau, das in die Scheide eingeführt wird ist eine. Andere Barriereverhütungsmittel für die Frau sind das Diaphragma, die Portiokappe und das LEA contraceptivum.

Hormonelle Verhütung
Die meistgenutzte Empfängnisverhütung ist die Anti-Baby-Pille. Sie wird als die Erfindung bezeichnet, die das 20. Jahrhundert maßgeblich prägte und die Sexualität revolutionierte. Sogar auf die Geburtenrate hatte sie Einfluss und sorgte für den sogenannten „Pillenknick“ in der Bevölkerungspyramide viele Nationen in den 60er Jahren.

Die klassische Antibabypille ist ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Progestin bzw. Gestagen. Sie unterdrückt den Eisprung und ändert die Konsistenz des Schleimpfropfes im Muttermund, wodurch der Passage von Spermien erschwert wird. Auch der Vaginalring und das Hormonpflaster haben dieses Kombinationspräparat. Das Verhütungsstäbchen, die Dreimonatsspritze und die Hormonspirale enthalten nur Progestinpräparate.

Chemische Verhütungsmethoden
Ein Spermizid ist ein chemisches Verhütungsmittel. Es gibt Spermizide im Form von Zäpfchen, Schaum, Sprays, Gelen und Salben. Sie wird vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und töten die Spermien ab oder verringern ihre Beweglichkeit sehr stark. Die Verlässlichkeit dieser Methode steigert sich in Kombination mit mechanischen Verhütungsmitteln beträchtlich.

Intrauterinpessare
Die Kupferspirale und die Kupferkette werden in die Gebärmutter der Frau eingelegt oder fixiert. Sie reizen die Gebärmutterschleimhaut und verhindern damit die Einnistung einer befruchteten Eizelle. Das Kupfer sollte zusätzlich Spermien abtöten oder deaktivieren. Diese Methode gilt als eine sehr sichere und langfristige Verhütungsmethode. Es kommt aber vor, dass Frauen die diese Methode verwenden, dadurch stärkere Regelschmerzen haben.

Chirurgische Methoden
Die Sterilisation der Frau und die Vasektomie des Mannes sind chirurgischer Eingriffe. Bei der Frau wird die Eileiter der Frau abgebunden oder durchtrennt. Der Weg der Eizelle zur Gebärmutter wird damit blockiert. Zusätzlich erreichen die Samenzellen das Ziel nicht mehr. Beim Mann werden die Samenleiter im Hodensack durchtrennt. Weil die ersten Ejakulationen nach dem Eingriff noch Spermien enthalten, ist die Verhütung erst nach ungefähr drei Monaten gewährleistet.