Es flutscht nicht immer automatisch!

Vaginale Trockenheit

Wenn die Vagina trocken bleibt, liegt es nicht immer am Unvermögen des Mannes. Viele Frauen – nicht nur ältere – kennen das Problem der vaginalen Trockenheit.

Die Scheide der Frau ist normalerweise gut durchblutet, feucht und hat eine dicke Oberfläche, die mit Milchsäure-Bakterien besiedelt ist. Diese Bakterien sorgen für ein saures Milieu und bieten einen optimalen Schutz gegen Infektionen. Bestimmte Erkrankungen und hormonelle Veränderungen beeinflussen die Scheidenhaut. Nach der Menopause zum Beispiel lässt die Durchblutung nach, wodurch es schwierig ist Flüssigkeit zu produzieren. Die Schleimhaut wird dünner, empfindlicher und trockener. Insgesamt wird die Scheide enger und weniger elastisch. Jüngere Frauen, die an der Gebärmutter oder den Eierstöcken operiert worden sind, oder die die Pille einnehmen, stillen oder auch rauchen, können dank Hormonmangel oder Hormonschwankungen ebenfalls mit Trockenheit in der Scheide und im äußeren Bereich zu kämpfen haben.

Eine trockene Scheide kann jucken und brennen und es kommt häufiger zu Entzündungen und Harnweginfektionen. Der Sex kann dadurch sehr schmerzhaft sein, wodurch die Frau nicht nur körperliche Beschwerden hat, sondern auch psychischen Stress. Geschlechtsverkehr wird oft vermeidet, manchmal sogar jeder Körperkontakt mit den Partnern. Nicht alle Partner haben Verständnis für dieses Problem und glauben, ihre Partnerinnen wollen keinen Sex oder sind sogar frigide.

Wer Trockenheit bei sich oder seiner Partnerin feststellt, kann als erstes zu Gleitcreme greifen. Oft nimmt das Unsicherheit und Unzufriedenheit und kann sogar dafür sorgen, dass wieder natürliche Feuchtigkeit entsteht, da vorheriges Massieren dank der Gleitcreme als angenehm empfunden wird.

Manchmal liegen seelische Ursachen wie Ängste, Stress oder Lustmangel vor. Wenn die Frau diese Probleme nicht selbst lösen kann, kann Sexual- oder Psychotherapie eine hilfreiche Lösung sein.

Der Gynäkologe kann feststellen ob ein Östrogenmangel vorliegt und eine Vaginalcreme oder andere östriolhaltige Präparate verschreiben. Übertriebene Intimhygiene oder Intimsprays usw. sind zu vermeiden, weil sie die Scheide eher austrocknen und zusätzliche Beschwerden auslösen können.