Dirty Talk oder Daily Talk - Was passiert in deutschen Betten?

Dirty Talk oder Daily Talk – Was passiert in deutschen Betten?

Wenn im Kino oder TV Bettgeflüster ansteht, ist das allerfeinstes Knistern. Der wahre Pillow-Talk in deutschen Federbetten hört sich allerdings anders an. Wir haben an den Matratzen gehorcht.

Alle wollen wissen, was Mitmenschen und Nachbarn im Bett anstellen. Wir wollen vor allem wissen, was sie dort reden und haben deswegen einen Rekorder unters Bett gestellt. Hier ist unser schockierender Original-Mitschnitt:

„Hast du eigentlich den Typ von der Hausverwaltung angerufen?  „Nee, aber morgen muss ich da wegen dem Kellerschlüssel sowieso vorbei.“

Tusch und Ende. So sieht es nämlich aus zwischen unseren Laken. So hört sich Real Life-Bettgeflüster an. Laut einer Forsa-Umfrage besprechen fast zwei Drittel der Bundesbürger im Bett Familienangelegenheiten und persönliche Probleme. Sie resümieren das Tagesgeschehen oder planen Wochenende und Urlaub. Gesäuselt wird kaum. Das aber wäre wichtig, um das Liebesspiel einzuleiten. Denn 56 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen sind überzeugt, dass gekonnte Komplimente das beste Entree für gelungenen Sex darstellen.

Natürlich werden im Bett auch Koseworte getauscht. Und es gibt sogar Dirty Talk. Aber wer glaubt, unsere Bänder wären voll von „Komm her, du geiles…“ der wird enttäuscht. Nur erschreckende vier Prozent der Frauen findet es sinnvoll, den Partner über die eigenen intimsten Wünsche zu unterrichten. Könnte das daran liegen, dass der Mann in diesen Szenarien vielleicht keine Rolle spielt? Da die meisten Paare im Schnitt ohnehin nur rund 10 Minuten am Tag miteinander sprechen, würde es bei solchen Intimgeständnissen viele unschöne Überraschungen geben. Und dann steht man unverhofft vor einem worst case-Szenario: Dem Streit im Bett. Am besten noch mitten in der Nacht, weil man nach „TV Total“ mal wieder nicht den Aus-Knopf gefunden hat.

Für sogenannte Schlaf-Therapeuten sind das gleich zwei Todsünden. Denn neben TV ist auch der Streit im Bett tabu. Und zwar erstens, weil das Nebeneinander im Bett nicht zum Gegeneinander des Gesprächs passt. Und zweitens kann die Versöhnung misslingen. Und dann liegt man wie ein Stock im Bett und kann eh nicht schlafen. Außerdem wird das Bett als Austragungsort des Konflikts quasi „infiziert“. Es steht dann nicht mehr für einen Ort der Entspannung und der Liebe. Es wird unweigerlich zum Streß-Symbol. Deswegen raten Schlaftherapeuten: Reservieren Sie sich das Bett nur für zwei Dinge. Schlafen und Liebe. Vor oder bei letzterem darf allerdings auch gesäuselt werden.