Kontaktmarkt Arbeitsplatz

Kontaktmarkt Arbeitsplatz

Der Sex am Arbeitsplatz ist Realität. Fast jeder zehnte Erwerbstätige hatte schon Geschlechtsverkehr wo er oder sie die Brötchen verdient, wie eine Umfrage des Instituts Ifak (welch passender Name: „I Fuck“ – Anm.d.Red.) bestätigte. Das Magazin „Wiso“ zitiert außerdem Studien der Online-Stellenportale Jobbörse und Monster, die sogar auf 26% der Arbeitnehmer kommen, die ihr Schäferstündchen schon auf dem Schreibtisch oder zwischen den Lager-Regalen abgehalten haben.

Fakt ist: Der Arbeitsalltag ist der beste Flirtplatz, denn hier ist man tagtäglich mit Menschen zusammen, die man vielleicht sonst nie kennen lernen würde, die man in der Disco nicht ansprechen könnte und denen man sich von seiner besten Seite zeigen kann: als engagierter, beliebter, anziehender und durchsetzungsfähiger Arbeiter oder Entscheider. Fast jedes dritte verheiratete Paar lernte sich am Arbeitsplatz kennen und geht harmonische Beziehungen ein, weil bereits der Arbeitsalltag und gemeinsame Herausforderungen gemeinsam gemeistert wurden. So stellt man sich auch privaten Problemen besser.

Arbeitgeber haben selten ein Problem mit Liebesbeziehungen im Büro. Im Gegenteil: Psychologische Studien am Arbeitsplatz haben gezeigt, dass ein kleiner Büroflirt sich durchaus positiv auf die Arbeitsleistung der Beteiligten auswirken kann. Man hat festgestellt, dass Verliebte schneller als gewohnt arbeiten, das heißt der Output der Arbeitsleistung steigt deutlich an. Außerdem wurde festgestellt, dass Verliebte eher bereit sind, die eine oder andere Überstunde zusätzlich zu leisten. So wirkt sich der Wunsch – dem anderen nahe zu sein – auch positiv für die Firma aus. Stressabbau und die gute Stimmung im Team sind weitere Faktoren. Insofern stehen viele Betriebspsychologen einer kleinen Betriebsturtelei durchaus positiv gegenüber!
Das Arbeitsrecht äußert sich hierzulande – im Gegensatz zu den USA – nicht zur Liebe am Arbeitsplatz. Nur wenn die Affäre für Ärger sorgt, die Kundenpflege in Mitleidenschaft gezogen wird, oder die Affäre zu einem „öffentlichen Ärgernis“ wird, muss das Paar mit Konsequenzen rechnen.

Stichwort „öffentliches Ärgernis“: Damit ist selbstverständlich nichts anderes gemeint, als Sex. Die Versuchung ist natürlich groß, auf einen heißen Flirt, schlüpfrige Emails und Lustbekundungen einen schnellen Quicky in der Besenkammer hinterher zu schieben. Und meist endet so ein Abenteuer auch ohne Folgen, speziell dann, wenn man Überstunden am Abend oder Wochenende nutzt und eh alleine in der Firma ist.

Im Tagesgeschäft allerdings ist Sex am Arbeitsplatz eine gefährliche Sache. Warum?

  1. Der Kollege / die Kollegin ist längst nicht so offenherzig, wie sie beim Flirt getan hat. Zwischen der verbalen und der körperlichen Erotik können Welten liegen. In den USA wurden schon viele Menschen wegen sexueller Nötigung angezeigt, die aber oftmals nur aus der Firma gemobbt werden sollten.
  2. „Lass uns ganz leise sein, dann bekommt es keiner mit“, funktioniert selten. Sex ist von Natur aus nicht leise. Dünne Bürotüren lassen viele Vorbeigehende mithören. Und auch Besuch klopft nicht immer an.
  3. Wird eine sexuelle Affäre in der Firma bekannt, kann sie von anderen ausgenutzt werden. Ist das Betriebsklima gut – kein Problem, gibt es jedoch starke Konkurrenz und ungeliebte Kollegen, kann eine Affäre der perfekte Grund sein, um sie unter Druck zu setzen.
  4. Ganz falsch sind plumpe Annährungen auf Weihnachtsfeiern. Besonders unter Alkohol- und Kontrollverlust. Flirten Ja! Zu eng tanzen, fummeln und gemeinsam aufs Klo verschwinden – Nein!

Das Fazit: Flirtereien oder auch Beziehungen sind in Firmen kein Problem, der Sex allerdings sollte besser nur im Unternehmen stattfinden, wenn wirklich gar nichts passieren kann. Ansonsten macht man sich besser tagsüber heiß und verlegt das Schäferstündchen lieber auf den Feierabend.