Geschlechtskrankheiten

Wer ungeschützt verkehrt, kann eine unliebsame Erinnerung an die Liebesnacht zurückbehalten. Klar, dank jahrelanger Aufklärungsarbeit denkt da fast jeder an eine HIV-Infektion. Eine klassische Geschlechtskrankheit ist AIDS jedoch nicht. Und glücklicherweise weltweit nicht ganz so verbreitet wie die Chlamydien, die trotzdem noch recht unbekannt sind.

Beim Sex kann man sich einen Schnupfen holen. Deswegen gehören Erkältungen aber  noch lange nicht zu den Geschlechtskrankheiten. Denn die lassen sich nicht nur ausschließlich beim Sex übertragen, sie zeigen auch ihre Symptome vor allem an den Geschlechtsorganen. Letzteres ist bei einer HIV-Infektion – oder auch einer Hepatitis-Infektion oder der Krätze (Scabies) – nicht der Fall, weshalb diese auch Sonderollen einnehmen. Die verbreitetsten klassischen Geschlechtskrankheiten sind:

Chlamydien:
Die weit und oft unbemerkt verbreitete bakterielle Infektion sind mit Antibiotika gut behandelbar. Oft merken speziell Männer allerdings nichts von einer Infektion und fungieren dadurch als Überträger. Unbehandelte Chlamydienerkrankungen können Erblindung, Eileiterschwangerschaften, Frühgeburt, Unfruchtbarkeit oder Arthritis führen. Chlamydien stehen sogar im Verdacht, die Ansteckung mit weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten zu begünstigen und auch anfälliger für eine HIV-Infektion zu machen.

Tripper (Gonorrhoe):
Der Tripper macht sich durch Schmerzen beim Wasserlassen und grün-gelblichem Ausfluss bemerkbar. Nach oralem Verkehr kann es gelegentlich zu Schluckbeschwerden kommen. Bei Frauen allerdings bleiben die Symptome gelegentlich aus und die Krankheit wird unwissend weitergegeben. Wer sie nicht sofort mit Penicillin behandelt, kann sie die Gelenke befallen und bei Frauen zur Unfruchtbarkeit führen.

Syphilis:

Christopher Columbus brachte die Syphilis angeblich aus der neuen Welt nach Europa, wo sie  sich über den ganzen Kontinent und bis nach China ausbreitete. Bei der Krankheit handelt es sich um eine Bakterieninfektion, die sich ausschließlich bei sexuellen Kontakten überträgt. Nach zehn bis 90 Tagen entsteht an der Eintrittsstelle des  Bakteriums ein schmerzloses Knötchen. Bildet es sich in Vagina oder Rektum wird es häufig übersehen. Das Knötchen heilt nach einiger Zeit von selbst ab, was annehmen lässt, man wäre gesund. Tatsächlich aber breitet sich der Erreger nun in der Blutbahn aus, gefolgt von einem nicht juckenden Hautausschlag nach einigen Wochen, manchmal gepaart mit starkem Haarausfall. Daraufhin geht es richtig zur Sache, denn Schädigungen  an Augen, Blutgefäßen oder sogar am Hirn können die Folge sein. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt, kann sie zum Tode führen aber  zumindest irreparable Organschäden hinterlassen.

Feigwarzen:
Die hartnäckigen Feigwarzen sind stecknadelkopfgroße Wucherungen an Penis, Scheide oder Anus und können sogar bis Knallerbsengröße anwachsen. Sie werden meist chirurgisch entfernt.

Filzläuse:
Die kleinen Parasiten werden durch Sex oder befallene Kleidung übertragen und finden sich fast ausschließlich im Schamhaar, wo sie für Juckreiz sorgen. Wer sich die Schamhaare rasiert wird nicht befallen. Wer die kleinen Racker auf der Haut trägt, greift einfach zum Rasierer.

Scheidepilz:
Der Scheidepilz – Candidose genannt – entsteht durch übertriebene Hygiene mittels Vaginalduschen oder durch die Einnahme von Antibiotika. Der Hefepilzbefall wird von Juckreiz und weißlichem Ausfluss begleitet ist aber schnell heilbar. Scheidezäpfchen oder einfach der regelmäßige Einsatz eines Tampons bestrichen mit unpasteurisiertem Joghurt helfen.

Generell gilt: Kondome schützen! Vor allen genannten Krankheiten!