Eine Sexbeziehung ist selten von Dauer...

Freunde mit gewissen Vorzügen – geht das?

„Freunde mit gewissen Vorzügen“ war nicht nur ein romantische Komödie aus dem Jahr 2011, sondern eine Form der Beziehung, die einen echten Aufschwung erlebt. Was unter Jungs salopp als „Fickbeziehung“ fungiert, hat Vor- und Nachteile für die Beteiligten, wird aber öfter praktiziert, als man denkt. Unproblematisch ist eine solche Übereinkunft allerdings selten. Für einen der Partner jedenfalls…

Wikipedia definiert eine „Sexbeziehung“ wie folgt: „Eine Sexbeziehung, auch „reine Sexbeziehung“ oder „Nur-Sex-Beziehung“, bezeichnet den regelmäßigen sexuellen Kontakt zweier Menschen, die dabei nicht in einer Partnerschaft leben. Ein wichtiger Bestandteil einer Sexbeziehung ist, dass beide Partner sich zwar regelmäßig zum Geschlechtsverkehr treffen aber keine Liebe zueinander empfinden. Vom One-Night-Stand unterscheidet sich die Sexbeziehung durch die längere zeitliche Ausrichtung der Beziehung. Die beiden Partner bleiben in der Sexbeziehung nach außen weiterhin Single und gestehen sich gegenseitig zu, mit anderen Menschen Sexualkontakte zu haben.“

Was faktisch gut klingt, funktioniert in der Realität nur selten auf Dauer. Die Gründe:

  • Ein Partner will mehr und geht die „Sexbeziehung“ nur ein, um den anderen von sich zu überzeugen.
  • Ein Partner verliebt sich im Laufe der Zeit in den anderen.
  • Einer der beiden wird eifersüchtig, wenn er/sie – auch ohne Liebe – nicht im Mittelpunkt steht.

Meist sind es Männer, die sich mit einer „Freundschaft inklusive Sex“ besser arrangieren können. Sie schätzen die Möglichkeit, jederzeit einen verfügbaren Partner zu haben. Die Freundschaft steht selten im Mittelpunkt.

Frauen verlangen – trotz aller gegenteiligen Beteuerungen – oft spätestens nach einiger Zeit mehr Zeit und Zuwendung. Nicht immer direkt eine Beziehung, aber zumindest eine echte Freundschaft, mit allem, was dazugehört. Der Mann allerdings macht sich nach dem Sex gerne mal schnell aus dem Staub, anstatt für den eigentlich geplanten DVD-Abend mit Kuscheln auf dem Sofa zu bleiben.

Doch spricht all das gegen eine „Freundschaft mit gewissen Vorzügen“? Auch wenn es häufiger die Frau ist, die sich durch guten Sex mit einem Mann auch „mehr“ vorstellen kann, gibt es genügend Single-Ladies oder vernachlässigte Ehefrauen, die die Zwanglosigkeit einer solchen Vereinbarung durchaus schätzen und das Verabreden (fast ausschließlich) für Sex absolut prickelnd finden. Und nicht selten hat sich aus gutem Beischlaf wirklich eine gute Beziehung entwickelt.

Trotzdem sind einige Punkte immer zu beachten:

  • Offene Kommunikation von Anfang an: Der Sex-Partner soll wissen, dass es nur um Sex geht und nicht mehr als Anziehung und Sympathie im Spiel ist.
  • Kommen Gefühle ins Spiel, muss darüber gesprochen werden. Wer Gefühle verdrängt um die Sex-Beziehung nicht zu gefährden, tut sich nur weh.
  • Generell ist es wichtig, Regeln für die Kommunikation festzulegen. Wie geht man miteinander um, wenn man sich außerhalb des Bettes und in der Öffentlichkeit trifft? Wie kommuniziert man ohne Stress?
  • Wird aus einer Sex-Beziehung eine richtige Beziehung, verliert sie möglicherweise den Reiz des Verbotenen. Auch hier ist Kommunikation wichtig. Und ggf. eine Auffrischung der alten Leidenschaft durch Variation.