Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Fetisch

Manche Menschen verehren Gegenstände, die ihnen auf übernatürliche Weise Glück bringen sollen, mache verehren Markenprodukte so sehr, dass sie nur noch bestimmte Produkte kaufen und ehrfürchtig anbeten. Doch spricht man heute über Fetischismus, meint man meist den sexuellen.

Schon seit 1912 wird der Fetischismus schon mit der Sexualität in Verbindung gebracht, damals allerdings noch eher in seiner ursprünglichen Bedeutung und meinte die Verehrung eines einzelnen Körperteils. Populär gemacht hat den Begriff 1927 allerdings der Popstar der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Er verstand den Begriff noch als krankhafte, sexuelle Abweichung. Das änderte sich mit der sexuellen Revolution, die auch nicht der Norm entsprechende sexuelle Handlungen tolerierte.

Die Wissenschaft ist sich selbst nicht ganz klar, wie der Begriff Fetischismus definiert werden darf. Der eine versteht darunter die sexuelle Erregung durch leblose Objekte – vom High-Heel zur Schaufensterpuppe – der andere sieht auch erotische Vorlieben – wie beispielsweise eine Fixierung auf blonde Frauen – als Fetisch. Im Volksmund aber gilt als Fetisch alles, was scharf macht aber nicht ganz den gängigen Normen entspricht. Anhänger eines Fetisches bilden dabei eigene Subkulturen und tauschen sich in Internet-Foren oder bei Treffen aus.

Fetische können sein:

Bondage / SM: Das Festschnüren übt hier einen besonderen Reiz auf den, der gefesselt wird oder den, der fesselt, aus. Gleiches gilt für den, der die Peitsche schwingt oder den, der sie spürt. Macht – dominantes oder devotes Verhalten –  kann hier genauso Fetisch sein, wie das Gefühl der engen Schnüre oder des klatschenden Lederriemens auf der Haut.

Kleidungsfetisch: Fußfetischisten oder Schuhfetischisten sind weit verbreitet. Mancher schafft es sogar in die Boulevardmedien, wenn er Frauen auf offener Straße die Schuhe stielt. Strumpfhosen- oder Unterwäschefetischisten sind noch häufiger anzutreffen und toleriert. Damenunterwäscheträger haben dagegen mit Vorurteilen zu kämpfen. Wer auf Leder, Latex oder Gummi steht, findet dagegen viele Gleichgesinnte.

Uniformfetisch: Eigentlich ein Kleidungsfetisch, der aber auch mit Rollenspielen zu tun hat. Männer werden häufig durch Oufits von Schulmädchen, Zimmermädchen, Krankenschwestern oder Polizistinnen erregt, Frauen eher durch die Uniformen von Piloten und Soldaten.

Skurriler wird es bei Windelträgern, Prothesenfetischisten oder den Sammlern getragener Tennissocken. Doch am Ende gilt: Für jeden Topf gibt es einen Deckel; und solange niemand zu Schaden kommt, sollte Mann oder Frau nicht für eine Vorliebe verurteilt werden.