Das feuchte Vergnügen

Weibliche Ejakulation: Was ist dran am Mythos?

Auch Frauen können „abspritzen“. Das lehrt uns nicht nur der 80er Jahre Erotik-Klassiker „The Grafenberg Spot“, in dem Darstellerinnen wie Tracy Lords oder Ginger Lynn durch die Entdeckung ihres G-Punktes feuchte Höhepunkte erleben, sondern immer häufiger Videoclips auf einschlägigen Porno-Portalen. Duzende junger Damen jauchzen dort laut vor sich hin, während eine klare Flüssigkeit zwischen ihren Beinen hervor läuft oder sogar in hohem Bogen spritzt. „Squirting“ lautet das Fachwort der Pornobranche und scheinbar beherrschen viele Darstellerinnen diese Kunst. Doch gilt das auch für Frauen, die Sex nicht professionell betreiben? Das Interesse am feuchten Vergnügen scheint jedenfalls ständig größer zu werden, denn es hat sich herumgesprochen, dass die Ejakulation das Resultat eines besonders intensiven Orgasmus ist. Und wer will diesen nicht erleben?

Wer diesen Höhepunkt erreichen möchte, sollte sich als erstes von der Vorstellung frei machen, dass es sich beim Ejakulat um Urin handelt. Wer befürchtet, plötzlich ins Bett zu pinkeln, wird wohl kaum locker genug sein, um diesen angeblich höchsten Punkt der Wonne überhaupt zu erreichen. Mehrere Studien – die letzte wurde 2007 im „Journal of Sexual Medicine“ veröffentlicht – bestätigen, dass die Flüssigkeit dem männlichen Sekret der Prostata ähnelt, welches vor dem Ejakulieren mit dem Samen vermischt und dann herausgeschleudert wird. Wenn Frau allerdings an jedem Punkt angelangt ist, kann sie den Mann mit der Menge des Ejakulats verblüffen. Manche Wissenschafter sprechen hier von bis zu 125 Milliliter, die verspritzt werden können, auch wenn einige Teelöffel Flüssigkeit wohl eher der Realität entsprechen. Trotzdem: Das Bett muss danach trocken gelegt werden. Aber das erledigt Mann sicher gerne für die erschöpfte Dame.

Doch wie erreicht Frau überhaupt den Punk der höchsten Extase? Das funktioniert laut zuverlässiger Berichte nur über die Stimulation des G-Punktes. Pech für die Damen, die die Suche nach dem legendären Lustareal schon längst aufgegeben haben. Manche erzielen jedoch gute Ergebnisse beim Einsatz eines speziell gebogenen G-Punkt Vibrators. Andere buchen sogar professionelle Hilfe von seriösen Beraterinnen oder Masseurinnen.

Rollt der Orgasmus dann an, müssen viele Frauen das Gefühl überwinden, urinieren zu müssen. Angst um unerwartete Blasenschwäche ist jedoch unnötig. Ähnlich wie der Mann kann auch die Frau nicht gleichzeitig ejakulieren und urinieren. Ob die gegebenenfalls folgende Ejakulation als lustvoll empfunden wird, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Manche genießen das Gefühl der Enthemmung und freuen sich, endlich mal ihren Partner vollzuspritzen. Und Mann? Der fühlt sich meistens wie der beste Stecher der Welt, weil er es seiner Herzensdame bis zum Abspritzen besorgt hat. So können beide glücklich sein!