Seitensprung: Beichten oder schweigen?

Seitensprung: Beichten oder schweigen?

Die tollen Tage sind vorbei und der eine oder andere hat weiter über die Stränge geschlagen, als geplant…oder vom Partner zuhause geahnt. Doch was tun, wenn die Moral einsetzt? Gewissen beruhigen und beichten? Oder doch lieber still und heimlich leiden?

Sind die Grenzen zwischen Flirten und Sex – nicht nur beim Karneval – einmal überschritten, ist der Katzenjammer am nächsten Tag auch ohne Kater groß. Unüberlegtes Handeln ist hier fehl am Platze, denn es gibt es verschiedene Methoden, mit dem eigenen Gewissen und dem Umgang mit dem Partner umzugehen. Wir haben die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Verhaltensweisen für euch untersucht, so dass wohlüberlegt eine Taktik gewählt werden kann.

Seitensprung verheimlichen

Viele Psychologen und Paartherapeuten raten dazu, einen einmaligen Seitensprung, der keine weitreichenden Folgen nach sich gezogen hat, für sich zu behalten. Den Seitensprung zu verheimlichen kann Vor- und Nachteile haben. Zu den Nachteilen gehört ein schlechtes Gewissen und Schuldgefühle, Unsicherheit im Umgang miteinander und die Ungewissheit, ob der andere nicht doch etwas heraus findet. All das kann eine Beziehung sehr belasten.

Wem klar ist, dass der Ausrutscher einmalig bleibt, und wer seinen Partner noch liebt, dem fällt es besonders schwer zu beichten. Falls dann auch noch sicher ist, dass man sich keine Krankheit eingefangen hat, und der Partner nie etwas von deinem Seitensprung erfahren wird, ist Verheimlichung wirklich nicht die schlechteste Lösung. Man erspart sich Diskussionen und Ärger, allerdings nur solange, wie das Geheimnis wirklich eins bleibt. Kommt es raus, war es das meist auch mit der Beziehung.

Seitensprung gestehen

Ehrlichkeit und Vertrauen sind die Grundlagen der meisten Liebesbeziehungen. Wer einen Seitensprung gesteht, zeigt seinem Partner das eigene schlechte Gewissen, Willen zu Ehrlichkeit, sowie die Bereitschaft Fehler einzugestehen und an ihnen zu arbeiten. Dummerweise zeigt man gleichzeitig auch, dass man wohl nicht absolut vertrauenswürdig ist. Jetzt geht es darum den anderen davon zu überzeugen, dass ein solcher Fehltritt nie mehr vorkommt, und der Partner in Zukunft wirklich der einzige Bettgenosse überhaupt bleibt und dessen Treue nicht verschwendet ist. Das kann lange dauern: Untersuchungen zeigen, dass auch ein verziehener Seitensprung manchmal nach Jahren noch für das Aus der Beziehung verantwortlich ist.

Es ist allerdings auch sinnvoll, sich über die Ursachen für einen Seitensprung Gedanken zu machen. Irgendetwas scheint einen ja in die fremden Arme getrieben zu haben. Das können Bedürfnisse sein, die nicht in der Beziehung ausgelebt werden können, Verlangen, die der Partner nicht teilt, oder vielleicht auch Wünsche, die er gar nicht kennt. Nachdem ein Seitensprung gebeichtet wurde, sollte gemeinsam an der Beziehung gearbeitet werden. Immer nach dem Motto: Was kann jeder von beiden tun, um zu verhindern, dass es noch einmal zu einer Situation kommt, in der der Versuchung nachgegeben wird?

Abwarten

Abwarten ist für viele Fremdgeher das Mittel der Wahl. Sie schieben die Entscheidung zu beichten oder zu verheimlichen so lange hinaus, wie möglich. Das allerdings kann zur Folge haben, dass jemand anders die Untreue öffentlich macht, und den Fremdgeher anprangert. Die ständige Angst und das schlechte Gewissen sorgen für Schuldgefühle, die zwischen den Partner stehen, ohne, dass der andere den Auslöser kennt.

Manch einer schiebt die Beichte mit der Begründung hinaus, sich erst einmal über die eigenen Gefühle klar werden zu wollen. Dabei helfen die folgenden Fragen: War der Seitensprung ein einmaliger Ausrutscher oder der Versuch aus einer unbefriedigenden Beziehung auszubrechen? Wie wird sich die Beziehung in Zukunft entwickeln und was wünscht sich jeder der Partner für sich selbst? Solche und ähnliche Fragen stellen sich viele Betroffene von ganz allein.

Ob man Fremdgehen gesteht oder nicht, musst jeder selbst entscheiden. Die weitere Handlung ist von der individuellen Situation abhängig. Wahrscheinlich sind genauso viele Beziehungen durch einen gebeichteten Seitensprung zerstört worden, wie durch einen geheim gehaltenen.

Am besten ist es natürlich, gar nicht erst fremd zu gehen, und mit dem Partner über Probleme, Bedürfnisse und Verlangen rechtzeitig zu reden. Oftmals lässt sich nämlich eine Lösung finden, mit der beide Partner zufrieden und glücklich sind.

Keine Angst, wir wollen nicht den moralischen Zeigefinger heben. Fast jeder ist schon einmal fremd gegangen und gerade im Karneval fallen die Hemmungen schnell. Ein bisschen fremd Knutschen sollte jedenfalls keine Beziehung ins Aus treiben. Aber wer vorher über die Konsequenzen nachdenkt, für den ist Aschermittwoch eben nicht alles vorbei.