So sieht ein US-Cop nur in der Fantasie der Frauen aus...

Polizisten, Piloten und Soldaten – Hier werden Frauen weich!

Kürzlich in einem Café: Zwei Frauen um die vierzig sprechen über ihre Lieblingsschauspieler. Natürlich kommt der Name Til Schweiger auf. Beide sind sich einig: der ist süß! Doch dann geht’s ans Eingemachte. „Einmal hat der in Polizeiruf 110 einen Polizisten gespielt. Mann sah der da scharf aus, so hätte der mich gerne mal verhaften dürfen“, schwärmte eine der Damen über den deutschen Star. Wenn es allerdings nicht Til Schweiger ist, dann gerne Tom Cruise in „Top Gun“ oder Brad Pitt in „Inglourious Basterds“. Das brauchte mich zum Grübeln: Uniformen ziehen Frauen also magisch an. Muss ich mich ärgern, dass ich den Wehrdienst verweigert habe, studiert habe und jetzt als Journalist meilenweit entfernt von Kriminalität, Schlachtfeldern und der hohen See mein Leben führe? Sollen sich die, die gerade überlegen, welches Studienfach sie wählen, vielleicht doch lieber auf eine militärische Laufbahn vorbreiten oder als Staatsdiener Frauenherzen zum Schmelzen bringen? Noch dazu sind solche Jobs krisensicher, denn gekämpft und verhaftet wird immer irgendwo…

Aber Spaß beiseite, natürlich ist eine Uniform kein Grund, einen bestimmten Beruf zu ergreifen. Trotzdem scheint es so, als könnten die so gekleideten Männer – nicht nur an Karneval – bei der Damenwelt entschieden besser landen, als ihre normal gekleideten Mitbürger.

Doch welche Uniformen sind überhaupt sexy? Die bei McDonalds ist es nicht, die des S-Bahn-Kontrolleurs auch nicht, die des Müllmanns schon gar nicht. Umfragen haben ergeben: Bei Frauen stehen Piloten ganz oben auf der Liste, wenn es um ein erotisches Abenteuer geht, danach folgen Ärzte und Anwälte. Der Soldat – speziell der in weißer Marine-Uniform – und der Polizist folgen erst auf den nächsten Plätzen. Was sagt uns das über die Frauen?

Für sie vermitteln Uniformen unterschwellig ein Gefühl von Sicherheit und Autorität. Die Attribute, die mit einer Institution verbunden sind, gehen automatisch auf deren uniformierte Vertreter über. Der Pilot hat alles im Griff und ist der Chef an Bord, der Polizist sorgt für Ordnung und kann sich behaupten, der Anwalt hat Macht, Ansehen und Geld. Uniformierte gelten unterschwellig generell als mächtiger, sie können Weisungen erlassen und Sanktionen verfügen. Sie sind dominant! Das imponiert den Damen, die einen starken Mann, Ernährer und Vater suchen.

Bei Männern stehen Krankenschwestern, Stewardessen und Zimmermädchen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Psychologisch ist das wenig überraschend. Putzen, Servieren, Kümmern, Pflegen…der Mann von heute mag es genauso devot wie seine Vorfahren. Allerdings: Auch großbusige Polizistinnen gelten als Sexsymbole. Die Uniform suggeriert: Die Frau kann Macht ausüben, auch schon mal härter zulangen, zuhause allerdings – ohne Uniform – ist sie immer noch die Frau mit weiblichen Formen.

Es sind die Spiele mit Macht und Unterwerfung, die Uniformen auch zum erotischen Outfit im Schlafzimmer, Swingerclub oder auf Gothic-Partys gemacht haben. Macht und Autorität bei Männern, Hörigkeit und devotes Verhalten bei Frauen sind sexy. Uniformen unterstreichen das.

Ich habe dann endlich das gemacht, was ich durch Frauengespräche gelernt habe: mir eine US-Cop-Uniform besorgt und meine Freundin damit im Schlafzimmer überrascht. Sie hat sich tot gelacht, mir befohlen, dass Karnevalskostüm auszuziehen, aber den Schlagstock ruhig für andere Dinge einzusetzen…