Auch beim Abenteuer unter freiem Himmel ist Vorsicht geboten!

Outdoor-Abenteuer ohne Reue!

Noch sieht es nicht aus, als würde der Sommer kommen. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Der eine oder andere träumt schon jetzt davon, das heimische Schlafzimmer auch für ein erotisches Stelldichein unter freiem Himmel zu verlassen. Doch Vorsicht ist angebracht,  denn nach Meinung mancher deutschen Richter kann nackte Haut durchaus Sünde sein.

Es ist schon komisch. Manche Leute tun alles, um in den Genuss möglichst knapp bekleideter Menschen zu kommen. Und andere fühlen sich schon beim Anblick eines nackten Busens am Baggersee belästigt. Aber wo hört die persönliche Freiheit auf und wo fängt Belästigung an?

Sicherlich gibt es bekennende Exhibitionisten, die sich selbst zur Schau stellen, um den richtigen Kick zu bekommen. Sie provozieren und genießen die Blicke anderer, sie suchen förmlich den öffentlichen Verkehr. Aber auch Paare, die normalerweise beim Sex lieber ungestört und unter vier Augen sind, genießen gelegentlich den Beischlaf im Schoß der Natur. Ist ja auch prickelnd, dieser „vielleicht schaut ja doch jemand heimlich zu“ –Gedanke…

Doch Vorsicht: Laut unserem Gesetzgeber ist öffentliche Frei-Körper-Kultur strafbar, wenn dadurch jemand belästigt wird. Schon das Zurschaustellen des nackten Körpers wird auf Antrag oder bei öffentlichem Interesse verfolgt. Gleiches gilt für „öffentliche sexuelle Handlungen“ durch die „absichtlich oder wissentlich“ ein Ärgernis erregt wird. In extremen Fällen können Geldstrafen bzw. Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr verhängt werden.

Ausschlag gebend für eine Verurteilung ist, dass sich tatsächlich jemand in seinen Werten und Anschauungen verletzt fühlt oder ein öffentliches Interesse vorliegt. Wer beispielsweise mitten im Koitus nackt von der Polizei gestellt wird, muss noch kein Gesetz übertreten haben, es sei denn, die Polizei sieht ihre eigenen oder öffentliche Werte verletzt.

Damit der öffentliche Nahverkehr nicht zum öffentlichen Ärgernis wird, sollten „Außer-Haus-Liebhaber“ sich trotzdem mit Bedacht ihrem Treiben hingeben. Also entweder dahin verziehen, wo es keiner sieht, oder wo es definitiv niemanden stört. Selbst fürs Nacktbaden bedeutet das: Nicht unbedingt die Wiese vor dem Altersheim wählen. Und beim Sex in der Umkleidekabine sollte der Vorhang geschlossen bleiben. Denn wo kein Kläger, da kein Richter. Dann steht auch dem Freiluftvergnügen nichts mehr im Wege! Wenn denn der Sommer endlich kommt…