So heiß feiern die anderen!

Karneval international: So heiß feiern die anderen!

Alaaf, Helau und Aloa! Die Session hat begonnen und viele machen mit. Denn neben trinken und singen gehört auch das Flirten einfach zum Karneval dazu. Nicht nur in Köln oder Düsseldorf, sondern auch in Rio, New Orleans oder Venedig.

Andere Länder, andere Sitten

Kölle Alaff! Am 11.11. und von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch gelten in der Domstadt andere Gesetze. An Arbeit denkt speziell in der Hochphase des Frohsinns kaum jemand, einzig die „lecker Mädsche“ und das „Bützen“ zählen. Auch Kölsch spielt eine große Rolle. Doch nicht nur in der Domstadt wird so schön gefeiert, auch in andere Teilen der Welt geht es zur Sache. Wer jetzt dem deutschen Karneval entfliehen will und andere Sitten testen möchte, hat noch Zeit zu buchen!

Nicht ganz so farbefroh wie in Köln aber dafür sehr viel nackter: Das French Quarter in New Orleans.

“Show me your tits” und “Throw me some beads” heißen hier die Schlachtrufe. Dafür werden allerdings nackte Tatsachen geboten, denn für jede überreichte Perlenkette (“bead”) gewährt die Dame einen Blick auf ihre Oberweite. Oft sind es College-Studenten, professionelle Stripper oder Gays, die hier alle Hemmungen fallen lassen. Und manche US-Girls haben sich so oft gezeigt, dass sie kiloweise Ketten um den Hals tragen. Ein BH ist da fehl am Platze. Ein paar Straßen weiter findet nebenbei der offizielle Karneval mit Themenwagen und kostümierten Teilnehmern statt. Jeder feiert eben auf seine Art.

Auch Venedig kann mit heißen Karnevalsgeschichten dienen. 1458 wurde dort ein Gesetz erlassen, welches es Männern verbot, an Karneval in Frauenkleidung Klöster zu besuchen, um dort „multas inhonestates“ mit den Nonnen zu begehen. Heute feiert die Lagunen-Stadt gesitteter, denn die Carabinieri wachen über Gesetz und Moral. Ob nicht doch irgendwo Mäntel gelüftet und Masken abgelegt werden, wissen höchstens die Venezianer selbst.

Der erotischste Karneval findet dagegen wohl in der Stadt unter dem Zuckerhut statt. Ein ganzes Jahr hämmern die Vereine an den Wagen und schneidern an Kostümen, um die „Escola Campeã“ zu ergattern. Ein Nebeneffekt: Engpässe in den Schönheitskliniken und Nachschub-Probleme bei Silikon-Lieferungen. Die weibliche Welt Rios macht sich präsentabel für den Umzug durch den Sambodrom. Denn Erotik siegt auf den Wagen.

Was auf den Wagen gezeigt wird, findet in den Hotels der Stadt seine Fortsetzung. Wer keine Partnerin ergattern konnte, kann in Rio auf ein großes Angebot käuflicher Liebe zurückgreifen. Doch das ist eigentlich nicht der Sinn von Karneval, denn das Feiern soll allen Spaß machen. Und wenn man dann doch allein im Bett liegt und Karussell fährt, hält man es am besten mit den Kölnern: „Et kütt wie et kütt“ oder „Et hätt noch immer jot jegange“!