Was eine Glatze über die Performance im Bett aussagt...

Kahl und sexy? Was die Glatze über die Qualität im Bett aussagt…

Wenig Haare, viel Manneskraft. Der Volksmund stattet Glatzenträger mit schier übermenschlichen Fähigkeiten aus und Hollywood-Akteure wie Bruce Willis und Vin Diesel werden als Sexstars gehypt. Alles Klischee oder doch ein Fünkchen Wahrheit?

 

Haarwässerchen, Transplantationen oder Perücken: Der Mann von heute gibt Unsummen für seine Haarpracht aus. Besser gesagt, um ihrem Verlust vorzubeugen oder ihn zu kaschieren. Gleichzeitig behaupten nicht nur Glatzen-Träger, sondern auch viele Frauen, dass Männer mit Glatze nicht nur sexy seien, sondern auch noch ein mächtiges Stehvermögen mit auf die Spielwiese bringen. Kein Wunder, dass sich schon junge Männer aus Coolheitsgründen Papas Rasierer borgen, um reifer zu wirken.

Mit einer echten Glatze müssen sich in Deutschland 12 bis 15 Millionen Männer arrangieren. Viele von Ihnen fühlen sich dabei gar nicht sexy oder besonders potent, sondern einfach alt. Denn volles Haar galt immer als Zeichen von Jugend und Vitalität. Das behaupten auch Frauen. Bei einer Befragung nannten 78 Prozent von ihnen die Glatze einen Lustkiller. Auch ein geschorener Kopf konnte 56 Prozent der Damen ganz und gar nicht begeistern. Wo bleiben da die Glatzenträger von Kojak bis Agassi? Die können sich schließlich vor Verehrerinnen nicht retten. Einen Job in Deutschland würden sie trotzdem nicht bekommen, denn auch Personalchefs wählen nach Haarpracht aus, wie die selbe Studie zeigte.

Schlechte Neuigkeiten also für Anhänger der Frei-Kopf-Kultur, und es geht noch schlechter: Studien haben ergeben, dass es unmöglich ist, anhand der fehlenden Haarpracht auf die Performance im Bett zu schließen. Zwar wirkt sich eine größere Menge Testosteron auf die Potenz aus, doch die Haare fallen nur aus, wenn zwei Faktoren zusammen kommen. Denn Haarsausfall ist ein Zusammenspiel aus Erbanlage und der Menge an männlichen Hormonen. Wer also viel Testosteron hat, dafür aber keine Rezeptoren (Haarfollikel mit der Anlage zur Glatze), wird keinen Haarsausfall erleben. Wer wenig Testosteron im Körper hat, dafür aber die entsprechenden Rezeptoren, kann die Haare fallen sehen. Die Haarpracht gibt also eher Auskunft über die Zahl der Rezeptoren, und das ist nicht wirklich attraktiv. Noch schockierender für den angeblich potenten Glatzkopf: Die Testosteronmenge im Blut hat nur in seltenen Fällen mit der Potenz zu tun. Nur wenn ein Mangel vorliegt, kann sich die fehlende Hormonmenge auf die Potenz auswirken. Der WDR zitierte in diesem Zusammenhang einen Hamburger Hormonforscher mit den Worten: „Ein Auto mit 50 Litern Sprit im Tank fährt nicht schneller, als eines mit 25 Litern. Es kommt darauf an, was es unter der Haube hat.“ Kurz gesagt: Eine Glatze hat so viel Aussagekraft über die Potenz eines Mannes, wie die Nase über seinen Hannes.

Doch nicht verzagen, liebe Glatzenträger. Die deutsche Frau hat ein recht ambivalentes Verhältnis zur Glatze. Das Magazin „Men’s Health: Best Life“ für Männer in ihren besten Jahren fand heraus, dass ältere Männer bei jüngeren Frauen besser ankommen. Sie wirken maskuliner und haben tendenziell mehr Geld. Folglich gibt die Glatze nicht Auskunft über die Potenz, sondern über das Konto. Und das wirkt auf Frauen oft erotischer, als die Standfestigkeit, auch wenn die selbe Studie, von einer höheren sexuellen Leistungsfähigkeit der Männer ab dreißig spricht.

Was jedoch ist denn nun das Geheimnis der Männer mit Glatze? Zwar sind sie angeblich bei Frauen nicht beliebt, aber irgendwie ergattern sie trotzdem immer die heißen Girls. Des Rätsels Lösung: Männer mit Glatze versuchen dieses Manko durch Körperstyling und –Pflege, sowie besonders modische Kleidung auszugleichen, wie der Verhaltensforscher Dr. Steffen Fliegel erklärt. Und das zieht. Speziell bei den Damen, die wissen, dass ein gepflegtes Äußeres und gute Klamotten viel Geld kosten.