Frauen stehen auf Bad Boys. An Halloween finden sie böse Männer im Überfluss!

Halloween: Nie war das Böse heißer!

Die Nacht der Toten steht bevor. Unzählige Menschen werden sich auch hierzulande am 31. Oktober in Grusel-Kostüme hüllen und sich der Lust am Schauer hingeben. Doch auch eine andere Lust spielte eine Rolle – die am Bösen. Was fasziniert speziell Frauen an der dunklen Seite?

Was fasziniert am Bösen?

Nebel hüllt die Hafenstadt Whitby ein, als sich Mina Murray mitten in der Nacht auf die Suche nach ihrer Freundin Lucy Westenra macht. Sie entdeckt die attraktive junge Frau, die sich scheinbar in Trance befindet. Im Hintergrund zeichnet sich eine dunkle Gestalt ab, die sich über den reglosen Körper beugt.

Im Film „Bram Stoker’s Dracula“ wird Mina Zeuge einer animalisch-erotischen Begegnung zwischen Lucy und Dracula in Gestalt eines Werwolfs. Die Hingabe Lucys und die tierische Lust des Monsters in der visuellen Umsetzung von Francis Ford Coppola haben schon viele Frauen berührt. Nicht umsonst gilt die Geschichte Draculas als eine der größten Liebeserzählungen der letzten hundert Jahre. So gab der Schauspieler Bela Lugosi – untrennbar mit der Figur des Dracula verbunden, die er 1931 spielte – zu Protokoll: „Es sind Frauen, die Horror lieben. Sich daran ergötzen. Schaudern und sich festklammern und aufschreien und danach noch mehr davon wollen.“

Die Faszination, die von Monstern, speziell Monstern in Menschengestalt ausgeht, ist weder in Filmen, noch in der Realität zu übersehen. Im Hollywood-Blockbuster „Hannibal“ fühlt sich FBI-Agentin Clarice Starling zu Film-Mörder Hannibal Lecter hingezogen. Seine Intelligenz, seine Undurchschaubarkeit und seine animalische Art faszinieren die junge Frau. Im wirklichen Leben wird Serienkiller Ted Bundy, der bestialische Morde an 28 Frauen zugab, noch in der Todeszelle zum Objekt der Begierde. Mehr als 200 Liebesbriefe erreichen den sadistischen Vergewaltiger und Mörder täglich.

Sogar in der Populär-Musik sind es Künstler wie Marilyn Manson, der mittlerweile verstorbene Peter Steele (Type O Negative) oder Ville Valo (HIM), welche die oft jugendlichen weiblichen Fans durch ihr dunkles Image erschauern lassen aber gleichzeitig erotisch anziehen.

Woher stammt diese Faszination für das Geheimnisvolle und Böse? Welche Sehnsüchte werden geweckt?

Die Lust der Frauen

Dracula ist das personifizierte Böse, er ist der Teufel in Menschengestalt. Er lebt seine Gelüste aus, ohne Rücksicht auf die Opfer zu nehmen“, erklärt Literaturexperte und Horror-Magazin-Redakteur Thorsten Wilms die Rolle des Ober-Vampirs in der Literatur und in den Köpfen der Menschen. Das hat nicht mehr viel mit dem Original-Dracula Vlad Tepes zu tun, der im 15. Jahrhundert in Transsylvanien gegen die Türken kämpfte.

Wilms zufolge verspricht die Figur durch ihre Undurchschaubarkeit die Erfüllung verschiedenster Gelüste, auch sexueller Natur. Die dunkle Gestalt strahlt eine Abgeklärtheit aus, die impliziert, dass sie auf Grund ihrer jahrhundertlangen Erfahrung mit jeglichen Niederungen der Sexualität vertraut ist. Jeder weibliche Wunsch scheint hier erfüllt werden zu können. Von totaler Hemmungslosigkeit, bis hin zur ewigen Liebe wie in Coppolas „Dracula“.

Doch der Tanz mit dem Vampir hat seinen Preis. Der erotische Biss, Sinnbild für die ausgelebten Triebe, bedeutet auch gleichzeitig den Tod. Oder im übertragenen Sinn: völlige Hingabe oder Ohnmacht. So sind es oft Frauen, die sich von dominanteren Männern angezogen fühlen, welche von einer Dracula-ähnlichen Gestalt erotisch fasziniert sind. Sie wollen sich hingeben, seine Macht spüren. Es sind oft ihre eigenen heimlichen Wünsche, die erfüllt werden sollen, die auf eine solche Figur projiziert werden. Ein Grund, laut Thorsten Wilms – der in seinem Alter Ego als THE OTHER-Sänger Rod Usher ähnliche Erfahrungen macht -, warum selbst dominantere Frauen gelegentlich von der Faszination des Bösen erfasst werden. Sie wollen Grenzen überschreiten, ihre eigene Rolle für einen Moment aufgeben und barbarische Gelüste ausleben.

Monster in Filmen und der Realität stellen das Gegenstück zum Kultivierungsdruck und zur Moral dar. Sie versprechen tiefe Emotionen und hemmungslose Lust. Kein Wunder, dass Frauen nicht nur an Halloween gelegentlich davon träumen.

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