Der Mann: Immer auf der Suche nach der noch besseren Partnerin.

Das Streben nach Glück: Darum sind immer mehr Männer single!

Auch notorische Singles suchen sie irgendwie doch, die Frau fürs Leben. Alleinsein ist fein, weil man tun kann was man will, keine Verantwortung übernehmen muss und vielen Streitereien aus dem Weg geht. Doch die Kehrseite der Medaille macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn die Saufkumpels von früher heiraten, Kinder kriegen und Häuser bauen. Plötzlich wirken die Wohnung leer, die Bekanntschaften oberflächlich, das Leben sinnlos und die Liebschaften inhaltslos. Laut der Studie einer Partneragentur teilen in München 28,8. Prozent der Menschen zwischen 18 und 59 dieses Schicksal, in Berlin 28,6 Prozent, in Köln 25,9 Prozent, in Hamburg 25,4 Prozent und in Frankfurt a.M. 24,8 Prozent. Alles Singles, die meisten davon Männer. Viele davon sind erst freiwillig allein, später unfreiwillig. Dann müssen sie immer öfter erklären, warum sie Single sind. Warum sie „nicht erwachsen werden wollen“, warum sie unfähig sind, langfristige Bindungen einzugehen. Dabei ist ein Großteil jener männlichen Soloherren überdurchschnittlich gebildet, hat ein gutes Einkommen, ist sportlich, politisch eher links und bewohnt eine zu große Wohnung in einer der Metropolen. Ein guter Fang also. Doch die Gesellschaft macht Entscheidungen immer schwerer. Zu viele Möglichkeiten hindern am einfachen Glücklichsein. In Zeiten, in denen Ex-Außenminister und Ex-Kanzler zigmal geschieden wurden, fällt es auch dem kleinen Mann schwer, an die Liebe fürs Leben zu glauben. Wer weiß, ob nicht irgendwo eine Frau lauert, dich noch besser passt? Die einfach perfekt ist? Nicht so, wie die letzte Lebensabschnittsgefährtin, die zwar  schön und intelligent war, aber beim Sex das Licht ausknipste und nicht mit Pornos schauen wollte. Die, die lieber die Wohnung aufräumte, anstatt mit durch die Kneipen zu ziehen und die vom Haus im Grünen träumte. Ist vielleicht die große 21-Jährige mit den umwerfenden Beinen und der schwarzen Mähne die Traumfrau? Oder schlägt sie sich doch zu viele Nächte in Clubs um die Ohren und wird später die gemeinsame Wohnung so chaotisch aussehen lassen, wie derzeit noch ihre Studentenbude? Fragen über Fragen, die dazu führen, dass man(n) immer öfter auf Nummer sicher geht…und komplett aus Beziehungen flieht. So entscheiden sich viele Männer, und doch sind sie irgendwie unzufrieden damit. Sie wahren sich alle Möglichkeiten, nutzen aber keine in aller Konsequenz. Entscheidungen werden nicht getroffen. Et kütt wie et kütt, sagt der Kölner, doch meist kütt et nich. Oder wenn, dann nur für kurze Zeit…

Auch viele der heutigen Single-Männer kennen das Verliebtsein und die Romantik. Sie genießen das Abenteuer und das Prickeln, den Reiz des Neuen. Einige Wochen später stellt sich Langeweile ein, aus der Romanze wird keine Liebe, aus der Affäre keine Beziehung. Denn die nächste Möglichkeit wartet vielleicht am nächsten Tresen.

In seinem Buch „Lob der Vernunftehe“ erkennt der Psychotherapeut Arnold Retzer, dass viele ihr Glück nicht erkennen, wenn sie es erreicht haben. Immer mehr Menschen – speziell Männer – hetzen weiter dem Glück hinterher, bestrebt im egoistischen Verlangen das maximale Glück zu besitzen. Viele Fachleute raten daher, wirklich eine Entscheidung für eine Person und eine Beziehung zu treffen. Eine Entscheidung, die „gut genug“ sei. Der „Spiegel“ zitierte in einer jüngeren Ausgabe den Sozialtheoretiker Barry Schwartz, der davon überzeugt ist, dass „die Menschen in einer Welt voller Wahlmöglichkeiten zufriedener und stressfreier wären, wenn sie mit ‚gut genug’ leben könnten“. Ist die perfekte (Ehe-)frau also nur eine Illusion? Vielleicht… Aber ist das wirklich so schlimm? Wir sind schließlich auch nicht perfekt, auch an uns hat jede Frau etwas zu meckern. Vielleicht sind wir selbst ja nur „gut genug“…

Die Gesellschaft wird sich somit weiter spalten. In die, die auf der Suche nach dem ultimativen Glück sind und dabei unglücklich bleiben, in die, die sich vom Romantik gänzlich verabschiedet haben und sich mit ihrem Single-Leben und sexuellen Abenteuern arrangiert haben, jenen, die die „perfekte Frau“ heiraten und sich nach ein paar Jahren wieder scheiden lassen und jenen, die eine Entscheidung für eine Frau treffen, die vielleicht nicht alle Ideale in sich vereint, die aber glücklich macht und dem rastlosen Tiger seine ewige Beutesuche erspart. Manchmal ist ein bisschen weniger als perfekt vielleicht sogar wirklich perfekt!