Über den Orgasmus der Frau – Teil I

Über den Orgasmus der Frau – Teil I

Orgasmusprobleme sind etwas typisch weibliches, so heisst es im Gerücht. Ist das wirklich so? Jeder Mensch ist von einer Menge Nervenbahnen durchzogen. Das kennen wir, mal in guten, mal in schlechten Zeiten. Vier davon spielen allerdings beim Orgasmus der Frau eine entscheidende Rolle. So sagt es uns zumindest der eigene ..äh.. wissenschaftliche Kenntnisstand. Also auf zum „Frauenthema“, denn vielleicht entdecken Sie ja ein paar neue Genusspunkte.

Es ist gar nicht so leicht, das Netzwerk der Nerven übersichtlich und nachvollziehbar zu beschreiben, zumal sie sich bei jedem Individuum ein Stück weit unterschiedlich zeigen, im Aussehen als auch im Empfinden. Zusammenfassend kann man sagen, dass 3 der wesentlichen Sexualnerven durch das Rückenmark laufen: Beckennerv, Hypogastricus- und Schamnerv. Der Vagus-Nerv ist der einzige, der auf direktem Weg zum Gehirn, das Rückenmark umgeht. Er verteilt sich sozusagen „schlangenförmig“ im Körper. Glücklicherweise ermöglicht dieser Frauen, mit einer Rückenmarksverletzung, nach wie vor die Empfindung von Orgasmen. Ihr Gebärmutterhals kommt hier zur Hauptrolle. Das Gute Stück besitzt nämlich die Fähigkeit DMT auszuschütten. Eine Körpersubstanz, die zu extrem bereichernden Empfindungen führt. Wenn sich dieser Bereich also taub anfühlen sollte, erfreuen Sie sich an einem weiteren Grund, die Gebärmutter und ihren dazugehörigen Hals zu erkunden. Ein uteriner Orgasmus kommt übrigens dann zu Stande, wenn die Gebärmuttermuskulatur stimuliert wird, unter anderem durch das Stossen des Gebärmuttermundes. Hier bieten sich Toys an, Ihr*e Partner*in oder die eigene Hand. Versuchen Sie doch auch mal den Uterus von aussen und innen zugleich zu spüren, indem Sie vorsichtig Druck ausüben und nachfühlen. Seien Sie experimentierfreudig!

Grundsätzlich stellt sich bei der Orgasmusfähigkeit die Frage, was Ihr Körper bereits an Erfahrung abgespeichert hat. Was keinesfalls heisst, dass viel Sex notwendig ist, um Orgasmen zu erleben. Sie kennen bestimmt folgendes Phänomen: Auf der Arbeit gibt es derzeit viel zu tun und der Haushalt ruft. Als wäre das ohnehin nicht genug, kommen hier und da ein paar schlechte Nachrichten oder Konflikte auf und eigentlich wäre Ihr Urlaub schon vor Wochen fällig gewesen. Das macht sich körperlich natürlich bemerkbar. Manch eine ist müde und hat Rückenschmerzen, die andere plagt es in den Schultern oder knirscht nachts mit den Zähnen. Ihr ganzer Körper ist fähig, Gedanken und Erfahrungen abzuspeichern – also nicht nur ihr Gehirn. So werden Erlebnisse manchmal im Becken abgespeichert, auch wenn sie nicht unmittelbar vor Ort auftreten. Ist letzteres dennoch der Fall, kommt es vielleicht nicht nur zu Ver- oder Anspannungen, sondern auch die Empfindsamkeit ihrer Nervenenden kann sich entsprechend verändern. Viele Frauen berichten hier beispielsweise von einer starken Veränderung ihrer erogenen Zonen nach der Geburt eines Kindes. Klingt das nun wie ein schlechter Beipackzettel? Wir können Sie beruhigen: All das, was wir hier beschreiben, ist stinknormal und gehört zum Alltag. So ist Ihr Körper und das macht Sie einzigartig mit Ihren Bedürfnissen. Noch mehr Gründe ihn zu erforschen! Bei traumatisierten Erlebnissen ist das natürlich nochmal eine andere Geschichte. Mobilisieren Sie sich und erwecken Sie die Lust in Ihnen.

Nun stellt sich die Frage: Wollen Sie lieber einen Orgasmus haben oder doch gleich orgiastisch sein? Hier gibt es tatsächlich erhebliche Unterschiede. Dem klassischen Höhepunkt (der klitorale Orgasmus) entsprechend HABEN sie ein Ereignis, dass in der Regel nicht länger als ein paar Sekunden anhält. Hier kommt Ihnen die Stimulation der Klitoris, der Schamlippen und/oder des Perineums und Anus zu Gute. Lassen Sie Ihre Klitoris doch mal aussen vor und empfinden nach, was dann passiert. So fördern Sie nämlich Ihre weibliche Ejakulation! Manchmal müssen erogene Stellen aber - wie vorhin angedeutet - erst zum Leben erweckt werden. Über diverse Techniken und Hintergründe werden wir noch in einem anderen Artikel berichten.

Im zweiten Teil unserer Artikelreihe finden Sie weitere Beschreibungen weiblicher Orgasmustypen!