Safer Sex muss wieder mehr in den Fokus kommen

Lange Zeit war HIV / Aids das Thema Nummer eins, wenn’s um sexuell übertragbare Krankheiten (STI) ging. Seit die Zahlen der Ansteckungen rückgängig waren und AIDS zumindest im Norden kein Todesurteil mehr bedeutet, wurde der Umgang mit safem Sex lockerer. Gleichzeitig boomen Seitensprungportale, Swingerclubs, Tantraworkshops – Monogamie ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Die neusten Zahlen bezüglich Ansteckungen sexuell übertragbarer Krankheiten lassen aber aufhorchen.

Die Zahlen für die drei bakteriellen Infektionen Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydiose haben laut einer Publikation des BAG* (Ende 2017) gegenüber dem Vorjahr nicht nur absolut, sondern auch relativ zur Gesamtbevölkerung zugenommen. Die Zahl der Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohner stieg für Gonorrhoe von 23 auf 27, für Syphilis von 8 auf 9 und für Chlamydiose von 122 auf 131 Fälle. HIV blieb praktisch gleich bei 6,4 Fällen pro 100 000 Einwohner. Die höchsten Werte fanden sich für alle vier sexuell übertragbaren Infektionen (STI) inklusive HIV in der Grossregion Zürich und in der Genferseeregion – alles Orte mit städtischen Bevölkerungsanteilen. Die ländlichen Regionen wiesen deutlich tiefere Zahlen auf.

Mit einem Frauenanteil von 67 % unterschieden sich die Chlamydiosefälle deutlich von den anderen drei STI, welche mehrheitlich Männer betrafen.  Chlamydien sind die am stärksten wachsende sexuell übertragbare Krankheit, die insbesondere Frauen zwischen 15-24 Jahre betrifft. Der grösste Männeranteil war mit 89 % bei Syphilis zu beobachten, gefolgt von Gonorrhoe mit 79 % und HIV mit 78 %. Wie bisher war im Jahr 2016 der Anteil Männer, welche sich über Sexualkontakte mit anderen Männern angesteckt hatten (MSM), sowohl bei Syphilis (82 %) als auch bei HIV (69 %) höher als der Anteil Männer mit heterosexuellem Ansteckungsweg (bezogen auf die Fälle mit bekanntem Ansteckungsweg). Bei der Gonorrhoe dagegen hat der Anteil durch Sex unter Männern erst seit dem Jahr 2010 stark zugenommen und machte im Jahr 2016 fast die Hälfte aller Fälle bei Männern aus.

In absoluten Zahlen bedeutet das schweizweit folgendes:

11’013 bestätige Neu-Infektionen mit Chlamydiose im 2016 (+8% vs. VJ), Tendenz steigend!

2’270 bestätige Neu-Infektionen mit Gonorrhoe im 2016 (+20% vs. VJ), Tendenz steigend!

773 bestätige Neu-Infektionen mit Syphilis im 2016 (+15% vs. VJ), Tendenz steigend!

542 bestätige Neu-Infektionen mit HIV im 2016 (+1% vs. VJ), Tendenz stabil!

Da jede Krankheit wieder etwas andere Ansteckungsdetails hat und auch die Symptome sehr unterschiedlich sind (und manchmal sogar ganz ausbleiben), widmet sich Plusherz in diesem und ein paar folgenden Blogs speziell allem Wissenswerten über Chlamydiose / Chlamydien, Gonorrhoe / Tripper, Syphilis und HIV / AIDS.

Was wir schon jetzt verraten: es gibt nur einen wirksamen Schutz ausser Abstinenz gegen alle STI’s: Kondome! Gerne beraten wir euch bei Plusherz, damit ihr das passende Kondom stets zur Verfügung habt.

Wir wissen, dass dieses Thema nicht unbedingt beschwingt, sind aber überzeugt, dass Sex noch viel mehr Freude macht, wenn man safe Regeln einhält und einen bewussten offenen Umgang mit STI pflegt. Dann gibt es gar keinen Grund zur Panik und das was am wichtigsten ist für guten Sex kann sich vertiefen: Kommunikation und Vertrauen.

*Quellenhinweis: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/mensch-gesundheit/uebertragbare-krankheiten/sexuell-uebertragbare-infektionen/hiv-sti-statistiken-analysen-trends.html