Chlamydien

Chlamydien – eine unterschätzte Gefahr für die Gesundheit

Die neusten Zahlen vom BAG Ende 2017 zeigen ein dramatisches Bild. Einmal mehr lagen die Fallzahlen 2016 für alle vier sexuell übertragbaren Infektionen Chlamydiose, Gonorrhoe, Syphilis und HIV über den Werten des Vorjahres. Während bei HIV, Syphilis und Gonnorrhoe mehrheitlich Männer von Ansteckungen betroffen sind, ist die Hauptrisikogruppe bei Chlamydien weiblich (67% der Neuinfektionen) im Alter von 15-24 Jahre (50% der Neuinfektionen). Insgesamt gab es gemäss den vom BAG Ende 2017 veröffentlichten Zahlen 11’013 bestätige Neu-Infektionen mit Chlamydiose im 2016, eine Zunahme von 8% gegenüber dem Vorjahr.

Chlamydien / Chlamydiose 2016

Chlamydien / Chlamydiose 2016

Es besteht damit definitiv Handlungsbedarf. Doch was sind Chlamydien überhaupt? Wie steckt man(n) und frau sich mit Chlamydien an? Gibt es Symptome für eine Ansteckung mit Chlamydien? Was kann ich im Falle einer Ansteckung mit Chlamydien tun? Wo kann ich mich auf Chlamydien testen lassen? Und am aller wichtigsten, wie schütze ich mich für einer Infektion mit Chlamydien?

Was sind Chlamydien?

Die Bakterien mit dem Namen Chlamydia Trachomatis vermehren sich in den Schleimhäuten. Bei ungeschütztem Sex sind sie sehr leicht von Schleimhaut zu Schleimhaut übertragbar. Darum gehören genitale Chlamydieninfektionen in den westlichen Industrieländern zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen.

Ansteckung

Die Ansteckung wird begünstigt, wenn bekterienhaltiges Sekret auf empfindliche Haut oder Schleimhaut trifft. Solche Häute finden sich zum Beispiel am Eingang der Harnröhre, am Muttermund, im Enddarm oder Rachen. Auch eine Infektion der Augenbindehaut ist möglich. Darum kann man sich insbesondere beim ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr, gelegentlich auch beim Oralverkehr, anstecken. Das Risiko ist unabhängig davon, ob ein Samenerguss stattfindet. Weil die Symptome oft monatelang ausbleiben, kann eine Infektion von einer Partnerschaft in die nächste „mitgenommen“ werden.

Symptome

Lange nicht jede Chlamydien-Infektion löst Beschwerden aus. Und wenn Symptome wie etwa entzündete Schleimhäute, Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss oder Zwischenblutungen auftreten, werden die Beschwerden nicht immer mit Chlamydien in Verbindung gebracht. Folgende Symptome können auf eine Infektion hinweisen: chronische Entzündungen der inneren Geschlechtsorgane, Verkleben der Eileiter. Unfruchtbarkeit und Eileiterschwangerschaften, Gelenkentzündungen, Komplikationen während der Schwangerschaft und Erkrankungen des Neugeborenen. Oft wird bei einer Diagnose nur eine Person behandelt, aber wenn diese weiterhin Sex mit einer angesteckten Person hat, kommt es zu einem Pingpong Effekt. Das heisst, alle Beteiligten sollten behandelt werden.

Therapie

Bei früher Diagnose der Chlamydien und korrekter Behandlung mit Antibiotika kann die Infektion vollständig ausheilen. Hierfür ist eine gezielte Untersuchung und Behandlung mit entsprechenden Medikamenten notwendig. Alle Sexualpartner müssen ebenfalls behandelt werden. Erst nach erfolgreicher Behandlung ist ungeschützter Verkehr wieder problemlos. An einer Impfung tüftelt die Wissenschaft, bislang ist aber kein Impfstoff auf dem Markt.

Prävention

Nur die Verwendung von Kondomen oder ein frischer Test vor ungeschütztem Sex bieten einen sicheren Schutz vor Chlamydien. Natürlich haben Spitäler und Arztpraxen Zugang zu den Tests. Wer sich anonym testen lassen möchte, kann dies etwa in Bern bei Get-Checked tun. Schweizweit findet sich hier eine Übersicht, zu den vorhandenen Test Stellen.

Aktuelles

Chlamydien ist die am stärksten wachsende sexuell übertragbare Krankheit in der Schweiz mit über 11’000 neuen Fällen im Jahr und einer Wachstumstendenz von +8%, Tendenz steigend! (Stand 2016, Quelle: Bundesamt für Gesundheit)