Silvester – Andere Länder, andere Sitten(losigkeit)

Silvester – Andere Länder, andere Sitten(losigkeit)

In Kürze knallen wir ins neue Jahr, im wahrsten Sinne des Wortes. Alkohol, Fondue, Bleigießen, Feuerwerk: Jedes Kind kennt das Silvesterprozedere in Deutschland. Erotisch wird es hierzulande aber nicht als Ritual, sondern, weil man einfach Lust dazu hat. Anders in anderen Ländern, da steht speziell die Liebe (und mehr) im Fokus… Spanien Wie die Italienerinnen und Chileninnen versuchen auch die Spanierinnen mit Sinn für Brauchtum ihr Glück im neuen Jahr auf kuriose Weise zu beschwören: Sie tragen am Silvester- und Neujahrstag rote Dessous! Wer sich in heiße Unterwäsche kleidet, hat wohl mehr im Sinn, als nur das Glück anzuziehen. Schottland Nach Mitternacht gehen in Schottland junge Männer im Kilt durch die Straßen - mit Whisky, Rosinenbrot und einem Stück Kohle. Steht so ein Nachtschwärmer vor der Haustür, muss man ihn unbedingt hereinbitten, denn er bringt Glück für das neue Jahr. Und vielleicht schon Glück in derselben Nacht, denn ein Mann im Rock trägt bekanntlich keine Unterwäsche und der Whisky könnte als perfekter Eisbrecher dienen! China In einigen Regionen werfen Unverheiratete Mandarinen ins Meer, um gute Ehepartner zu finden. Früher taten dies vorwiegend junge Frauen, die ihren Namen auf die Mandarinen schrieben, in der Hoffnung, einer der wartenden unverheirateten Fischer würde diese finden und sich auf die Suche nach ihnen machen. Israel Man serviert in jüdischen Familien am Neujahrsabend süße Äpfel mit Honig und Honigkuchen. Oft wird auch eine süße Speise aus Möhren gereicht, die auf jiddisch „Meren“ heißen, was auch wachsen, zunehmen (mehren) bedeutet. Sie versinnbildlichen den Wunsch, dass unsere Vorzüge und Verdienste im kommenden Jahr unsere Mängel überwiegen mögen. Vielleicht mehrt es auch den Sex oder den Nachwuchs? Österreich In einigen Dörfern sind zwischen Weihnachten und Neujahr vermummte Gestalten mit schaurigen Masken unterwegs, die Lärm machen und die bösen Eis- und Frostgeister vertreiben bzw. die guten Geister der Fruchtbarkeit des Frühlings anziehen. In den Alpenländern bestand zu Silvester der Brauch, dass sich ein junger Mann als Silvester oder „altes Jahr" verkleidete und während der abendlichen Lustbarkeiten am Ofen saß, allerdings jedes mal aufsprang und ein Mädchen küssen durfte, wenn es in seine Nähe kam. Kurz vor Mitternacht verteilte der Hausherr an alle Gäste grüne Zweige. Mit Glockenschlag 24 Uhr vertrieben dann alle den Silvester aus dem Haus. Genannt wurde dieses symbolhafte Spiel „Silvesterschlagen". Brasilien Farben prägen das Fest zum Jahreswechsel im größten Land Südamerikas. Man feiert in Weiß, der Farbe der Unschuld, der Reinheit und des Friedens. Weil Weiß gleichzeitig auch die Lieblingsfarbe der Meeresgöttin Yemanjá ist, die gleichzeitig weibliche Fruchtbarkeit symbolisiert, wird sie zu Silvester besonders von den brasilianischen Frauen geehrt. Sie werfen deshalb Blumen ins Meer. Außerdem stecken sie Kerzen in den Sand des Strands: rote für Glück in der Liebe, weiße für den Frieden und gelbe für Geldsegen. Auch die Brasilianerinnen tragen in dieser Nacht besondere Unterwäsche: rote Dessous in der Hoffnung auf die große Liebe, weiße für ein harmonisches Leben.