Längst nicht so treu, wie man denkt: Frauen treiben es immer doller!

Gehen Frauen eher fremd?

Die Frau treu, der Mann umtriebig? Veraltete Klischees, sagen jetzt US-Forscher. Sie stellten fest: das weibliche Geschlecht zieht es stark zu wechselnden Partnern hin. Wie aussagekräftig allerdings Umfragen unter Paaren und Vergleiche mit Beobachtungen im Tierreich sind, muss jeder für sich entscheiden… Frauen seien bei der Wahl ihrer Partner mindestens so vielfältig und promisk wie Männer behaupten die Forscher Todd Shackelford und Aaron Goetz in einer jüngst veröffentlichten Studie: Frauen gelüste es häufiger als Männer, die verführerischsten Angebote auszukosten. Für diese Verkehrung in der Geschlechterwelt gibt es angeblich gute Gründe. Das Betrugsverhalten von Männern und Frauen folge „evolutionär vorgegebenen Mustern“, schreiben die US-Forscher im Fachmagazin „Current Directions in Psychological Science“. Die Behauptung, Frauen seien promisker als Männer, könne durch Beobachtungen im Tierreich untermauert werden. Vom Wurm über die Maus bis hin zu Affen und dem Menschen, sucht das weibliche Geschlecht die gesündesten, stärksten Spermien. Die meisten Tierarten lösen das seit je auf ihre Weise. Von Vögeln ist bekannt, dass die Weibchen täglich mit bis zu 20 Männchen „vögeln“ – um anschließend mit einem ihrer Geschlechtspartner in inniger, monogamer Zweisamkeit ihre Jungen aufzuziehen. Während der Paarungszeit sammeln die Vogelweibchen im Laufe mehrerer Tage den Samen ihrer Eroberungen. Welches der Männchen schließlich Vater der Brut werden darf – darüber entscheidet, möglicherweise erst Tage nach dem Akt, die Widerstandsfähigkeit und Robustheit der Spermien. Uralter Verhaltenstrieb: Fremdgehen erfolgt nach evolutionären Mustern Auch bei den Menschen regiert Stärke: Die Forscher haben 500 Paare in den USA befragt. Das Ergebnis überrascht: „Je häufiger die Partner getrennte Wege gingen, sei es auch nur für einen Tag, desto mehr stieg das sexuelle Verlangen der Männer, desto mehr Samenzellen produzierten sie, und desto ausgeprägter war die Bereitschaft der Männer, notfalls mit Gewalt ihre vermeintlichen Rechte einzufordern“, schreibt Shackelford. Die Männer haben wohl kaum eine Wahl, schreibt Shackelford nüchtern. „Als allgemeingültig akzeptiert gilt für den Menschen die klassische Darwin-Situation: Eine Frau sucht sich den klügsten, schönsten, gebildetsten Mann aus und sorgt so dafür, dass dessen Gene weiterleben. Aber so einfach ist die Sache nicht“, sagt Shackelford. Der Wettstreit um die Weitergabe seines Erbmaterials sei nach dem Akt „noch längst nicht beendet“, schreiben die Forscher. In der Natur gelte seit Jahrmillionen vielmehr das Gesetz, das die Wissenschaft den „Krieg der Spermien“ nennt – und dieses Verhaltensmuster finden Shackelford und Goetz nun auch durch ihre Paarstudien bei Mann und Frau bestätigt. Beim „Krieg der Spermien“ liefern sich Armeen von Samenzellen erbitterte Schlachten um den Zugang zur Eizelle. Während ein paar tausend »Ei-Krieger-Spermien« sich auf den Weg machen, das Ei zu befruchten, lassen Millionen andere Spermien ihr Leben bei dem Versuch, fremde Samenzellen zu behindern oder zu vernichten. Ähnliches beobachteten Verhaltensforscher auch bei unseren nächsten Verwandten, den Affen. In seinem Buch „Der Gesang des Dodo“ beschreibt der Evolutionsexperte David Quammen das Paarungsverhalten der Murikis, eine südamerikanische Halbaffenart. Quammen schreibt: „Eine Handvoll Männer warten darauf, dass sie an der Reihe sind, es mit der Affendame Cher zu treiben. Sie tauschen sanfte Glucks- und Grunzlaute aus. Ab und an legt einer den Arm um die Schulter des anderen, oder sie schenken sich eine brüderliche Umarmung. Es gibt keinen Kampf zwischen den Freiern.“ „Dieser uralte Verhaltenstrieb steckt auch immer noch in uns“, behauptet Shackelford. Ob Frauen deshalb tatsächlich promisker seien und ihrer Natur nachgäben – das sieht Shackelford eher als soziale und gesellschaftliche Frage. Frauen werden in eine bestimmt Rolle gedrängt, daraus entstand wiederum die Annahme, der Frau gehe es vor allem um Gefühlsbindung und Zuwendung von Ressourcen, dem Mann hingegen um leicht verfügbaren Sex.